Visionen von Klang. Visionen eines kulturellen Erlebnisses auf dem einfachsten, vielleicht sogar ursprünglichsten Bild-Träger, dem Stein. Visionen davon, wie es sich anfühlen würde, ein Konzert mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Zwischen der Ateliergemeinschaft Werksviertel Mitte in München und dem Bayerischen Staatsministerium bestand das Stipendienprogramm „Bilder einer Baustelle“. Als ich im Sommer 2024 die Möglichkeit dazu erhielt, war noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob und in welcher Dimension das seit langen Jahren geplante Konzerthaus nun umgesetzt wird.
In dieser Situation kam mir die Idee, Material von der bislang ungenutzen Brachfläche mit den Visionen vom Orchesterklang zusammenzubringen. Ich sammelte also Steine verschiedener Größe und Art und malte darauf Bilder vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Sir Simon Rattle ist hier und da schemenhaft zu erkennen. Figuren, Klangkörper, gedämpftes Licht. Die körperhaften Steine schienen mir die ideale Projektionsfläche für die im Halbrund sitzenden Musiker zu sein. Und mit ihnen die immateriellen Wahrnehmungen von Klang und Raum. So sind 15 Steine mit abstrahierten Motiven entstanden. „Wenn Steine sprechen könnten“ erzählen sie nicht von dem, was sie schon alles gesehen haben, sondern davon, was eigentlich auf diesem Platz stattfinden könnte. Die bemalten Steine stellen die Umkehrung eines immersiven Erlebnisses dar: die große Klangwelt im Konzerthaus wird auf einen im Vergleich dazu winzigen Stein komprimiert.
Visions of sound. Visions of a cultural experience on the simplest, perhaps even most primal, medium: stone. Visions of what it would feel like to experience a concert with all the senses.
The „Images of a Construction Site“ grant program existed between the Werksviertel Mitte artists‘ collective in Munich and the Bavarian State Ministry. When I received the opportunity in the summer of 2024, no decision had yet been made as to whether, and to what extent, the concert hall, planned for many years, would actually be built.
In this situation, the idea came to me to combine materials from the previously unused wasteland with visions of orchestral sound. So I collected stones of various sizes and types and painted images of the Bavarian Radio Symphony Orchestra on them. Sir Simon Rattle can be discerned here and there, albeit only vaguely. Figures, sound bodies, subdued light. The three-dimensional stones seemed to me the ideal projection surface for the musicians seated in a semicircle. And with them, the immaterial perceptions of sound and space. Thus, 15 stones with abstracted motifs were created. „If stones could speak,“ they don’t tell of what they have already witnessed, but rather of what could actually take place in this space. The painted stones represent the inversion of an immersive experience: the vast soundscape of the concert hall is compressed onto a comparatively tiny stone.